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Jahresausstellung aus dem Museum für Ethnographie und Kunstgewerbe
L‘viv/Ukraine vom 20. März bis 1. November 2005 im Ethnographischen
Museum Schloss Kittsee
Galizien war eines der Kernländer des europäischen Judentums. Doch Holocaust und Zweiter Weltkrieg haben die jüdische Prägung der Schtetl ebenso vernichtet wie das multikulturelle Geflecht in der Metropole Lemberg (poln. Lwów, ukr. L’viv) mit ihren über 100.000 jüdischen Einwohnern. Die Menschen wurden vertrieben und ermordet, ihre Häuser geplündert und die Synagogen zerstört.
Trotzdem ist es gelungen, drei Judaica-Sammlungen in Lemberg aufzubauen: die bedeutende Privatsammlung von Maksymilian Goldstein (ca. 1900-1941), eine Abteilung des Städtischen Kunstgewerbemuseums (seit 1905) und das Museum der Jüdischen Gemeinde (1934-1939). Das ”Museum für Ethnographie und Kunsthandwerk” in L’viv betreut heute dieses dreifache Erbe und verfügt somit über die bedeutendste Judaica-Sammlung dieser Region.
Die rund 300 Objekte aus dem Lemberger Museum, die im Ethnographischen Museum in Kittsee zu sehen sein werden, wollen ein breites Publikum in die verlorene Welt des osteuropäischen Judentums einführen, speziell in den Alltag und die Feste in Familie und Synagoge. Präsentiert werden die Ausstattung der Synagogen und des jüdischen Heims, Feiertage im Jahreslauf und festliche Kleidung. Dabei gibt es Raritäten und galizische Besonderheiten wie Fayencen, Hohlspitze, Scherenschnitte und Festtagskuchen zu bewundern.
Eröffnung: Samstag, 19. März 2005, 15.00 Uhr
mit Vortrag, Kleszmer-Musik und galizischem Buffett
Zur Ausstellung ist ein umfangreiches Begleitprogramm mit Fotoausstellung, Lesung, Konzert, Filmvorführung, Kinderprogramm und Diskussionsveranstaltung geplant. |